Palliativstation
Im Zentrum für palliativmedizin
am evangelischen Krankenhaus
Herne
Fortbildung Familientrauerarbeit: Wie sagt man einem Kind, dass seine Mutter stirbt?
Wie erklärt eine Pflegekraft einem Kind, dass seine Mutter oder der geliebte Opa stirbt? Auf der Palliativstation am Evangelischen Krankenhaus Herne stehen Mitarbeitende immer häufiger vor dieser Frage. In den vergangenen Monaten hat das Team mehr unheilbar Kranke begleitet, die mit minderjährigen Kindern leben. Mit Hilfe von Spenden hat der Förderverein deshalb eine Fortbildung finanziert, die den beruflich Pflegenden mehr Sicherheit im Umgang mit trauernden Familien vermittelt.
Carina Brust, Sozialberatung der Palliativstation, hat die Seminarreihe koordiniert. „Wir Fachkräfte bringen viel Wissen und Erfahrung mit, kommen in der Begleitung von Familien aber immer wieder an unsere Grenzen“, sagt sie. Als Referentin konnte sie Mechthild Schroeter-Rupieper, Gründerin des LAVIA-Instituts für Familientrauerarbeit in Gelsenkirchen, gewinnen. In zwei Fortbildungen mit je zwei Terminen gab sie mit Theorie und praktischen Fallbeispielen Antwort auf die Fragen, wie Kinder in welchem Alter trauern und wie Gespräche mit Familien gelingen, auch ohne Worte.
Da sein, wenn der Abschied naht: Herner Palliativtag zum Thema „Begleitung“ fand große Resonanz
Begleiten heißt da sein und aushalten, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Darum ging es beim Herner Palliativtag 2026 am Mittwoch, 14. Oktober, im Seminarzentrum des Evangelischen Krankenhauses Herne. Die Veranstaltung unter dem Motto „Begleiten. Eine multiprofessionelle Herausforderung“ stieß auf große Resonanz über die Stadtgrenzen hinaus. „Was auch immer wir tun: Im Mittelpunkt stehen die Patientinnen und Patienten“, sagte Dr. Barbara Lubenow, Leiterin des Palliativzentrums. Sie verantwortete und moderierte den Nachmittag. Begleiten bedeute, in schweren Stunden dabei zu sein, Bedürfnisse zu erkennen und belastende Momente mit auszuhalten.
Für eine gute Begleitung am Lebensende sprachen beim Herner Palliativtag 2026 (von links) Simone Götz (Kunsttherapie), Marion Duddek Baier (Diplom-Psychologin), Anne Steinbach (Supervisorin), Dr. Barbara Lubenow (Leitung Palliativzentrum EvK Herne), Dr. Jens Verbeek (Chefarzt Klinik für Innere Medizin, EvK Herne), Karola Rehrmann (Seelsorgerin) und Ali Azazoglu (Seelsorger).
ÜBER UNS
Die Palliativstation nimmt Patienten auf, die an einer fortgeschrittenen, lebensbedrohlichen Erkrankung leiden: wie Krebs, ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), COPD (Chronisch obstruktive Lungenkrankheit), wenn körperliche oder seelische Symptome vorliegen, die ambulant nicht beherrschbar sind, z.B. Übelkeit, Angst, Schwäche, Schmerzen, Verwirrtheit, Luftnot und Appetitlosigkeit. Als multiprofessionelles Team, bestehend aus Arzt, Pflege, Seelsorge, Sozialarbeit, Physiotherapie und qualifiziertem Ehrenamt, gehen wir gemeinsam und gezielt die bestehenden Probleme an.
Palliativmedizin vom lateinischen Wort pallium = Mantel kommend, versteht sich als beschützende und lindernde, ganzheitliche Pflege und Behandlung. Ziel der Palliativversorgung ist die Erhaltung einer bestmöglichen Lebensqualität und die Entlassung in die vertraute Umgebung. Dabei arbeiten wir mit ambulanten Pflegediensten, dem Palliativ-Netzwerk und den Hausärzten eng zusammen, um eine gute häusliche Versorgung zu gewährleisten.