Porträtserie Folge 2 – Carina Brust: „Eines Tages werden wir alle sterben. Aber an allen anderen Tagen nicht.“

Lachen, Weinen, Verzweifeln und wieder Hoffnung finden. Für Carina Brust gehört all das zu ihrem Alltag auf der Palliativstation im EvK Herne. Die 41-jährige gebürtige Hernerin verantwortet die Sozialberatung. Sie begleitet Patientinnen und Patienten und ihre Zugehörigen von der Aufnahme bis zur Entlassung. Ihr Ziel: die Selbstbestimmung der Menschen. „Ich helfe dabei, Wunsch und Realität zu vereinen und eine Versorgung zu organisieren, die ein würdevolles Leben bis zum Tod ermöglicht“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin und Palliative Care Fachkraft.

Carina Brust berät im Umgang mit der Krankheit, in sozialen und rechtlichen Fragen, bei Pflege und Versorgung sowie zur Sterbe- und Trauerbegleitung. In Herne ist sie eng mit Kooperationspartnern vernetzt. So gelingt in den meisten Fällen eine gut organisierte Anschlussversorgung. Denn viele Menschen sind überrascht, dass es nach der Palliativstation ein Danach gibt. Die meisten können nach der Entlassung noch eine Zeit zu Hause oder im Hospiz verbringen.

Eigentlich wollte Carina Brust Lehrerin werden. Doch ihr Herz schlägt für Menschen in schwierigen Lebenslagen. In der sozialen Arbeit fand sie ihren Platz. Was ihr die Arbeit gibt? „Ich habe gelernt, das Leben noch mehr zu lieben“, sagt sie. Es gibt auch schwere Tage. Dann nimmt sie ihre Kinder nach der Arbeit besonders eng in den Arm.

Ihre Überzeugung fasst sie so zusammen: „Sterben gehört zum Leben. Palliativ bedeutet, nicht allein zu sein, getragen zu werden und Hilfe zu bekommen. Wir begegnen allen Menschen mit Würde und Respekt. Eines Tages werden wir alle sterben. Aber an allen anderen Tagen nicht.“